Exkursion der 9. Klassen ins ehemalige Konzentrationslager nach Flossenbürg

Am Dienstag, dem 27.06.2023 besuchten wir, die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 zusammen mit den Lehrkräften Frau Schenkel, Frau Haßler, Frau Geipel und Herrn Türke, aufgrund des derzeitigen Themas im Geschichtsunterricht das ehemalige Konzentrationslager in Flossenbürg, Bayern.

Dort angekommen wurden wir in die vier Klassen mit je einem Guide aufgeteilt. Wir, die 9b, wurden Stephan Troidl zugeteilt, einem Mittelschullehrer aus Weiden.

Zuerst erklärte er uns, dass das KZ dort aus wirtschaftlichen Gründen errichtet wurde (in der Nähe sind einige Steinbrüche, in denen die zu Unrecht Inhaftierten arbeiten mussten.) Mit „zu Unrecht Inhaftierten“ meinte Stephan Troidl die Menschen, die in die Konzentrationslager verschleppt wurden. Dann nannte er ein paar Fakten und Zahlen über das KZ. Es wurde 1938 von der SS-Führung gebaut, war für 2000-3000 Inhaftierte ausgelegt, wurde später aber mit bis zu 15.000 Häftlingen vollgestopft. Es entstand zusätzlich ein System von rund 80 Außenlagern, darunter auch einige in Plauen und Mehlteuer. Das Stammlager war ein reines Männerlager. Insgesamt hatte das Konzentrationslager zusammen mit den Außenlagern von 1938 bis 1945 rund 100.000 Häftlinge. Von diesen 100.000 kamen mindestens 30.000 Menschen ums Leben. Am 23. April 1945 wurde das Lager von Soldaten der US-Armee befreit.

Die zu Unrecht Inhaftierten kamen in rund 440m² großen Baracken unter. Anfangs lebten in diesen rund 250 Menschen, am Ende wurden dann bis zu 1000 Menschen in den Baracken untergebracht. Auch Waschgelegenheiten waren sehr sparsam vorhanden, ebenso wie Essen. Die zu Unrecht Inhaftierten hungerten ihre gesamte Zeit über und wurden sehr willkürlich behandelt.

Jeder Tag sah für sie gleich aus, Aufstehen zwischen 4:00 und 4:30 Uhr, danach der morgendliche Zählappell und ein spärliches „Frühstück“. Nach dieser Prozedur mussten die zu Unrecht Inhaftierten für 12 Stunden in den benachbarten Steinbrüchen arbeiten, ab 1943 auch in der Fertigung von Messerschmitt Flugzeugteile montieren.

Im Steinbruch, welchen wir auch besichtigen durften, mussten sie Granit abbauen, egal welches Wetter war. Ebenfalls hatten sie keine Schutzausrüstung und besondere Maschinen bzw. Geräte. Heutzutage wird im Steinbruch weiterhin Granit abgebaut, jedoch soll ab nächstem Jahr der Betrieb eingestellt und der Steinbruch der Gedenkstätte übergeben werden. Im Steinbruch arbeiteten ebenfalls rund 90 zivile Menschen aus dem Ort, um den zu Unrecht Inhaftierten die Arbeiten zu zeigen und zu kontrollieren. Dies zeigt auch wieder die „Verbundenheit“ des KZ´s mit dem Ort.

Nach 1945 wurde ein Teil des Geländes bebaut, und zwar mit kleinen Häusern, die auch Heute noch stehen. Ebenfalls wurde das Gelände als Industriegelände genutzt.

Seit 2000 ist der ehemalige Appellplatz mit einigen Gebäuden bzw. den Umrissen der Baracken als Ort des Gedenkens fertiggestellt. 2007 wurde dann auch die Ausstellung in der ehemaligen Wäscherei eröffnet.

Wir fanden die Exkursion sehr interessant, und finden es wichtig und gut, dass wir über die schrecklichen Vorkommnisse vor rund 80 Jahren aufgeklärt wurden und uns so vermittelt wurde, dass das nie wieder vorkommen darf.

Bericht: Lars Koch und Marek Dreihaupt, Klasse 9b

28.06.2023

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